Antabuse (Disulfiram) Tabletten in 250 mg und 500 mg

Antabuse
Generic:
Disulfiram
Anwendungsgebiete:
Alkoholismus
Ähnliche Präparate:
Naltrexone Acamprosate Nalmefene Campral Disulfiram Esperal Revia Selincro Vivitrol
Antabuse ist ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Disulfiram, das Menschen mit Alkoholabhängigkeit im Rahmen einer ärztlich begleiteten Entwöhnungsbehandlung beim Einhalten der Abstinenz unterstützt. Wir führen die Tabletten in den Stärken 250 mg und 500 mg in mehreren Packungsgrößen.
Auf Lager: 17 Packungen
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Dosierungen

Antabuse 250 mg

Menge Preis pro Tablette Sie sparen Gesamtpreis
90 €0,37 - €33,54
120 €0,34 €3,44 €41,28
180 €0,32 €8,60 €58,48
270 €0,31 €17,20 €83,42
360 €0,30 €26,66 €107,50

Antabuse 500 mg

Menge Preis pro Tablette Sie sparen Gesamtpreis
60 €0,69 - €41,28
90 €0,60 €7,74 €54,18
120 €0,56 €15,48 €67,08
180 €0,51 €31,82 €92,02
270 €0,48 €55,04 €130,72
360 €0,48 €76,54 €171,14

Hersteller

Alphapharm Pty LtdDamor FarmaceuticiIntas Pharmaceuticals Ltd.Laboratorios Rubió, S.A.Sanofi Winthrop IndustrieTeva Pharmaceutical Works Private Limited Company

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Markennamen

Auch bekannt als (nach Land):
LandMarkennamen
Belgien
Esperal
Italien
Etiltox
Niederlande
Antabus Refusal
Polen
Anticol

FAQ

In deutschen Apotheken ist Disulfiram verschreibungspflichtig und darf nur gegen ärztliche Verschreibung abgegeben werden. Nach der Shopregelung können die Disulfiram-Tabletten hier jedoch ohne Rezept bestellt und per Post versandt werden. Die gesetzliche Verschreibungspflicht und die Bestellregel des Shops sind voneinander getrennt.

Disulfiram kann Müdigkeit, Erschöpfung, Schwindel oder Sehstörungen verursachen und dadurch die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Erst wenn klar ist, wie die Tabletten wirken, sollte gefahren oder mit Maschinen gearbeitet werden. Bei Beschwerden oder nach Kontakt mit Alkohol darf nicht gefahren werden.

Beschreibung

Antabuse ist ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Disulfiram, das als Tablette zum Einnehmen zur Verfügung steht und Menschen in einer begleiteten Entwöhnungsbehandlung bei Alkoholabhängigkeit unterstützt. Der Wirkstoff greift nicht in das Verlangen nach Alkohol selbst ein, sondern löst bei gleichzeitigem Alkoholkonsum eine ausgesprochen unangenehme körperliche Reaktion aus und wirkt dadurch als eine Art chemische Erinnerung an die getroffene Abstinenzentscheidung. Wir führen Antabuse in den Stärken 250 mg und 500 mg, sodass sich die Bestellung an unterschiedliche ärztlich festgelegte Behandlungspläne anpassen lässt. Der folgende Beitrag erklärt, wie Disulfiram wirkt, welche Anwendungs- und Sicherheitsaspekte wichtig sind und wie sich Antabuse von anderen Behandlungsansätzen der Alkoholabhängigkeit unterscheidet.

Was ist Antabuse?

Antabuse enthält den Wirkstoff Disulfiram und gehört zur Gruppe der Mittel zur Alkoholentwöhnung, genauer zu den Aldehyddehydrogenase-Hemmern. Wir bieten das Arzneimittel als Tabletten zum Einnehmen in den Stärken 250 mg und 500 mg an. Anders als Medikamente, die unmittelbar das Verlangen nach Alkohol dämpfen, funktioniert Disulfiram als sogenanntes Aversionsmittel: Es verändert den Abbau von Alkohol im Körper so, dass ein Zwischenprodukt in unangenehm hoher Konzentration entsteht, sobald während der Behandlung Alkohol konsumiert wird. Diese Eigenschaft macht Antabuse zu einem Werkzeug der Verhaltensunterstützung, das die bewusste Entscheidung gegen den Alkoholkonsum im Alltag verstärkt.

Alkoholabhängigkeit als Behandlungshintergrund

Alkoholabhängigkeit ist eine chronische Erkrankung, bei der körperliche Gewöhnung, psychische Abhängigkeit und soziale Faktoren zusammenwirken. Eine erfolgreiche Entwöhnung stützt sich in der Regel auf mehrere Säulen: körperlicher Entzug unter ärztlicher Aufsicht, psychotherapeutische oder beratende Begleitung sowie gegebenenfalls eine medikamentöse Unterstützung. Disulfiram wird in diesem Zusammenhang nicht als alleinige Lösung verstanden, sondern als ergänzender Baustein für Menschen, die nach einer abgeschlossenen Entzugsphase motiviert sind, dauerhaft abstinent zu bleiben, und die von einer zusätzlichen Absicherung gegen einen spontanen Rückfall profitieren.

Wie Disulfiram wirkt

Beim normalen Abbau von Alkohol wandelt die Alkoholdehydrogenase Ethanol zunächst in Acetaldehyd um, das anschließend durch das Enzym Aldehyddehydrogenase rasch weiter zu Acetat verarbeitet wird. Disulfiram blockiert genau dieses zweite Enzym irreversibel. Wird während der Behandlung Alkohol getrunken, reichert sich Acetaldehyd im Blut in deutlich höherer Konzentration an, als es normalerweise der Fall wäre. Diese Anhäufung löst die sogenannte Disulfiram-Alkohol-Reaktion aus, die sich unter anderem durch Gesichtsrötung, Hitzegefühl, Herzklopfen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Kurzatmigkeit und einen deutlichen Blutdruckabfall äußert. Die Intensität dieser Reaktion hängt von der getrunkenen Alkoholmenge ab und kann bei größeren Mengen ausgesprochen belastend bis gefährlich werden. Diese vorhersehbare, unangenehme Konsequenz ist der eigentliche Wirkmechanismus von Disulfiram: Sie schafft einen starken Anreiz, während der Behandlung vollständig auf Alkohol zu verzichten.

Wirksamkeit und Studienlage

Die Wirksamkeit von Disulfiram wurde über Jahrzehnte in klinischen Studien untersucht, unter anderem in der bekannten Veterans-Affairs-Kooperationsstudie aus den 1980er-Jahren. Ein wiederkehrendes Ergebnis dieser Forschung ist, dass Disulfiram die Abstinenzraten vor allem dann verbessert, wenn die Einnahme überwacht wird, etwa durch Angehörige, eine Ambulanz oder eine strukturierte Behandlungseinrichtung. Ohne diese Kontrolle sinkt die Therapietreue häufig, da Betroffene die Einnahme bei Rückfallwunsch einfach auslassen können. Für die praktische Anwendung bedeutet dies, dass Disulfiram seinen größten Nutzen in einem Behandlungsumfeld entfaltet, das Motivation, ärztliche Begleitung und gegebenenfalls eine gewisse äußere Struktur miteinander verbindet, statt als isolierte Tabletteneinnahme ohne Einbettung in ein Gesamtkonzept.

Inhaltsstoffe und Darreichungsform

Antabuse wird als Tablette zum Einnehmen angeboten, mit Disulfiram als Wirkstoff. Wir führen 250 mg in Packungen zu 90, 120, 180, 270 oder 360 Tabletten sowie 500 mg in Packungen zu 60, 90, 120, 180, 270 oder 360 Tabletten. Damit lässt sich die Bestellung an die von der Ärztin oder dem Arzt festgelegte Dosierung anpassen. Die feste, orale Darreichungsform ermöglicht eine einfache tägliche Einnahme.

Anwendungsgebiete von Antabuse

Disulfiram ist zur Unterstützung der Abstinenz bei Alkoholabhängigkeit vorgesehen und wird als Ergänzung zu einer umfassenderen Behandlung eingesetzt, die ärztliche Betreuung sowie beratende oder psychotherapeutische Unterstützung einschließt. Die Behandlung setzt voraus, dass zum Zeitpunkt des Therapiebeginns bereits Alkoholkarenz besteht, da Disulfiram nicht während einer akuten Alkoholwirkung begonnen werden darf. Es eignet sich vor allem für Menschen, die aktiv motiviert sind, ihre Abstinenz einzuhalten, und die von der abschreckenden Wirkung im Alltag profitieren möchten.

Stärken und allgemeine Dosierung

Die Dosierung von Disulfiram wird individuell von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt festgelegt und richtet sich nach Verträglichkeit, Vorerkrankungen und Behandlungsphase. Üblich ist eine anfänglich höhere Dosierung über einige Tage bis wenige Wochen, die anschließend auf eine niedrigere Erhaltungsdosis reduziert wird, sofern die Behandlung fortgesetzt werden soll. Die Einnahme erfolgt in der Regel einmal täglich und kann gewöhnlich unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Bei Müdigkeit kann nach ärztlicher Rücksprache eine Einnahme am Abend zweckmäßig sein. Tabletten können bei Schluckbeschwerden nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt zerkleinert und in Wasser dispergiert eingenommen werden, sofern die Produktinformationen der tatsächlich verwendeten Packung dies zulassen. Die erste Dosis darf erst eingenommen werden, wenn seit mindestens 12 Stunden kein Alkohol konsumiert wurde. Während der gesamten Behandlung und bis zu 14 Tage nach der letzten Dosis sind auch versteckte Alkoholquellen zu vermeiden, etwa alkoholhaltige Mundspülungen, Soßen, Desserts oder bestimmte flüssige Arzneimittel. Diese Angaben beschreiben die allgemeinen Prinzipien der Anwendung; das konkrete Dosierungsschema legt ausschließlich die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt fest.

Ausscheidung und Halbwertszeit

Nach der oralen Einnahme wird Disulfiram größtenteils über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und in der Leber zu mehreren Metaboliten umgewandelt, darunter Diethyldithiocarbamat, das für einen Teil der Enzymhemmung mitverantwortlich ist. Ein Teil des Wirkstoffs und seiner Abbauprodukte lagert sich vorübergehend in Fettgewebe ein, was die Ausscheidung verlangsamt. Da die Hemmung der Aldehyddehydrogenase irreversibel ist, hält die Wirkung deutlich länger an, als es die reine Plasmahalbwertszeit vermuten lässt: Der Körper muss das Enzym erst neu bilden, was mehrere Tage bis zu ein bis zwei Wochen dauern kann. Aus diesem Grund kann auch nach dem Absetzen von Disulfiram bis zu 14 Tage lang ein erhöhtes Risiko für eine Reaktion bei Alkoholkonsum bestehen. Das folgende Schaubild veranschaulicht diesen Weg von der Einnahme bis zur Ausscheidung in einzelnen Phasen.

Der Weg des Wirkstoffs im Körper in fünf Phasen

Wichtige Sicherheitshinweise

Vor Beginn der Behandlung prüft die Ärztin oder der Arzt üblicherweise die Leberfunktion und weitere Vorerkrankungen, da Disulfiram in seltenen Fällen schwere Leberschäden auslösen kann und regelmäßige Kontrollen während der Behandlung sinnvoll sind. Besondere Vorsicht ist bei Diabetes mellitus geboten, da eine unbeabsichtigte Disulfiram-Alkohol-Reaktion die damit verbundenen Risiken verschärfen kann. Da Disulfiram chemisch zu den Thiuram-Verbindungen gehört, die auch bei der Gummivulkanisation verwendet werden, sollten Personen mit einer bekannten Kontaktallergie gegen Thiurame, etwa nach Kontakt mit thiuramhaltigen Gummiprodukten, vor der Anwendung besonders sorgfältig abgeklärt werden. Während der Schwangerschaft wird von einer Anwendung abgeraten, da unzureichende Daten vorliegen und im ersten Trimenon Fehlbildungen beschrieben wurden; zusätzlich birgt eine Alkoholreaktion während der Schwangerschaft ein eigenes Risiko für das ungeborene Kind. Auch in der Stillzeit wird von der Anwendung abgeraten, da nicht bekannt ist, ob Disulfiram oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Für Kinder ist Disulfiram nicht untersucht und wird nicht empfohlen, da für die Stärken 250 mg und 500 mg keine kindgerechte Dosierung besteht. Da Müdigkeit und eine verminderte Reaktionsfähigkeit auftreten können, ist beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten, insbesondere solange die individuelle Verträglichkeit noch nicht bekannt ist.

Verschreibung und Bestellung bei uns

Disulfiram ist in Deutschland verschreibungspflichtig und darf regulär nur gegen eine ärztliche Verschreibung abgegeben werden. Diese rechtliche Einstufung betrifft die Klassifizierung des Wirkstoffs im deutschen Markt und ist von unserem eigenen Bestellablauf zu unterscheiden: Für die Bestellung von Antabuse in unserem Shop verlangen wir aktuell kein hochgeladenes Rezept, um die Bestellung entgegenzunehmen. Unser Team steht rund um die Uhr per E-Mail und Chat zur Verfügung, und bei Fragen zur Einnahme oder zu möglichen Wechselwirkungen kann eine pharmazeutische Fachkraft hinzugezogen werden. Da sich aus Bezeichnung und Packungsgröße allein keine abschließende Aussage über die aktuelle deutsche Zulassung der jeweiligen Packung treffen lässt, empfehlen wir bei Bedarf einen zusätzlichen Blick in die amtliche Datenbank PharmNet.Bund. Wer sich außerdem über weitere Behandlungsansätze bei Alkoholabhängigkeit informieren möchte, findet in unserer Kategorie Alkoholismus eine passende Übersicht.

Gegenanzeigen

Disulfiram darf in bestimmten Situationen nicht eingesetzt werden. Dazu zählen insbesondere:

  • akute Alkoholvergiftung oder Alkoholkonsum innerhalb der letzten 12 Stunden
  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Disulfiram oder verwandte Thiuram-Verbindungen
  • schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, etwa fortgeschrittene koronare Herzkrankheit oder ein kürzlich aufgetretener Herzinfarkt
  • schwere Leberfunktionsstörungen
  • ausgeprägte Hirnschädigungen oder bestimmte psychotische Erkrankungen
  • Schwangerschaft

Die endgültige Einschätzung, ob Antabuse im Einzelfall geeignet ist, trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach Prüfung der individuellen Krankengeschichte.

Wechselwirkungen

Die wichtigste Wechselwirkung von Disulfiram betrifft Alkohol selbst, einschließlich versteckter Alkoholquellen in Lebensmitteln, Mundspülungen oder flüssigen Arzneimitteln. Dieses Risiko kann bis zu 14 Tage nach dem Absetzen fortbestehen. Daneben sind pharmakologische Wechselwirkungen mit weiteren Substanzen bekannt:

  • Metronidazol, das in Kombination mit Disulfiram Verwirrtheit oder psychotische Reaktionen begünstigen kann
  • Isoniazid, das die Wirkung auf das Nervensystem verstärken kann
  • Phenytoin, dessen Blutspiegel durch Disulfiram ansteigen kann
  • Antikoagulanzien wie Warfarin, deren Wirkung verstärkt werden kann, sodass die Blutgerinnung engmaschiger kontrolliert werden sollte
  • Theophyllin, dessen Abbau verzögert werden kann
  • trizyklische Antidepressiva und bestimmte andere zentral wirksame Arzneimittel

Vor Beginn der Behandlung sollte die vollständige aktuelle Medikamentenliste mit der Ärztin, dem Arzt oder einer Apothekerin beziehungsweise einem Apotheker besprochen werden, um solche Wechselwirkungen frühzeitig zu erkennen.

Nebenwirkungen und wann Sie handeln sollten

Zu den häufiger berichteten, meist vorübergehenden Nebenwirkungen von Disulfiram zählen ein metallischer oder knoblauchartiger Geschmack, Müdigkeit, Kopfschmerzen und leichte Magen-Darm-Beschwerden. Diese treten vor allem in den ersten Behandlungswochen auf und lassen mit fortschreitender Behandlungsdauer oft nach. Ernster zu nehmen sind Anzeichen einer Leberschädigung wie Gelbfärbung der Haut oder Augen, dunkler Urin, ausgeprägte Müdigkeit oder Appetitlosigkeit, ebenso wie Kribbeln, Schwäche oder Empfindungsstörungen in Armen und Beinen, die auf eine periphere Nervenschädigung hindeuten können. Kommt es während der Behandlung zu Alkoholkonsum, kann die Disulfiram-Alkohol-Reaktion mit starkem Blutdruckabfall, Brustschmerzen, Atembeschwerden oder Bewusstseinsstörungen einhergehen. In solchen Fällen sollte unverzüglich der Notruf 112 verständigt werden, da eine akute medizinische Versorgung erforderlich sein kann.

Überdosierung und Vergiftung

Eine Überdosierung von Disulfiram kann auch ohne begleitenden Alkoholkonsum schwerwiegend sein. Mögliche Beschwerden sind Übelkeit, Erbrechen, ausgeprägte Müdigkeit, Verwirrtheit, Koordinationsstörungen, Krampfanfälle, Atemstörungen, Blutdruckabfall oder Bewusstlosigkeit; neurologische Symptome können verzögert auftreten. Wird zusätzlich Alkohol konsumiert, kann die Disulfiram-Alkohol-Reaktion zu schnellem Herzschlag, Herzrhythmusstörungen, ausgeprägtem Blutdruckabfall, Atemdepression und in schweren Fällen zu Kreislaufversagen oder Krampfanfällen führen. Ein spezifisches Gegenmittel steht nicht zur Verfügung; die Behandlung erfolgt symptomatisch und unterstützend in einer medizinischen Einrichtung. Bei Verdacht auf eine Überdosierung oder eine schwere Reaktion nach Alkoholkonsum sollte umgehend der Notruf 112 gewählt oder eine Notaufnahme aufgesucht werden.

Aufbewahrung

Antabuse ist bei 20 °C bis 25 °C zu lagern; kurzzeitige Temperaturschwankungen zwischen 15 °C und 30 °C sind zulässig. Die Tabletten sollten in einem fest verschlossenen Behälter vor Licht und Feuchtigkeit geschützt sowie außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Vorteile und Grenzen von Antabuse

Der besondere Vorteil von Disulfiram liegt in seinem klaren, gut erforschten Wirkprinzip: Es schafft eine verlässliche, vorhersehbare Konsequenz bei Alkoholkonsum und unterstützt dadurch die tägliche Entscheidung für Abstinenz. Anders als Wirkstoffe, die das Verlangen nach Alkohol selbst reduzieren, verändert Disulfiram das Verlangen nicht direkt, sondern wirkt über die abschreckende Konsequenz. Das bedeutet auch eine Grenze: Ohne ausreichende Motivation oder eine gewisse äußere Struktur, etwa überwachte Einnahme, lässt sich die Therapietreue leichter unterbrechen als bei Wirkstoffen ohne unmittelbare negative Konsequenz. Die vergleichsweise strengen Gegenanzeigen, etwa bei bestimmten Herz- oder Lebererkrankungen, schränken außerdem den Kreis geeigneter Personen ein.

Generika und andere Behandlungsoptionen

Disulfiram ist als Wirkstoff auch unter anderen Handelsnamen erhältlich, wobei Präparate mit demselben Wirkstoff in Hilfsstoffen, Tabletteneigenschaften und zugelassenen Dosierungshinweisen voneinander abweichen können. Daneben existieren pharmakologisch andersartige Behandlungsansätze für Alkoholabhängigkeit, die auf einem anderen Mechanismus beruhen als Disulfiram: Naltrexon wirkt als Opioid-Antagonist und kann das mit dem Alkoholkonsum verbundene Belohnungsgefühl dämpfen, Acamprosat beeinflusst glutamaterge Prozesse und wird vor allem zur Unterstützung der Abstinenzaufrechterhaltung eingesetzt, und Nalmefen ist für eine bedarfsorientierte Reduktion des Alkoholkonsums vorgesehen. Diese Alternativen ersetzen Disulfiram nicht in seiner spezifischen Funktion als Aversionsmittel, sondern setzen an einer anderen Stelle der Erkrankung an, weshalb die Wahl zwischen ihnen von der individuellen Situation, den Behandlungszielen und der ärztlichen Einschätzung abhängt.

Medizinisch geprüft von
Reynard Sparks
Pharmakologe
Aktualisiert 18. August 2026

Arzneimittel-Spezifikationen

WirkstoffDisulfiram
ArzneimittelklasseMittel zur Alkoholentwöhnung (Aldehyddehydrogenase-Hemmer)
DarreichungsformTabletten
Verfügbare Stärken250 mg, 500 mg
Art der AnwendungZum Einnehmen
AufbewahrungBei 20 °C bis 25 °C lagern; kurzzeitige Temperaturschwankungen zwischen 15 °C und 30 °C sind zulässig. In einem fest verschlossenen Behälter vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren.
ATC-CodeN07BB01

Regulatorische Informationen

Weitere Informationen